C wie Chaos: Warum Kreativität Leere braucht, bevor Ideen entstehen
Shownotes
Chaos ist nicht das Problem. Es ist der Anfang.
In dieser Folge des Creative Alphabets spricht Christopher Werth über den Buchstaben C wie Chaos und räumt mit einem weit verbreiteten Klischee auf: Kreativität entsteht nicht aus Unordnung, sondern aus einem besonderen Zustand der Offenheit.
In dieser Episode:
- Warum Kreativität einen „Nullzustand“ braucht
- Was Theaterproben über kreative Prozesse verraten
- Peter Brooks Konzept des „leeren Raums“
- Der Zusammenhang zwischen Vorbereitung und Inspiration
- Das Monday Takeaway: Schaffe deinen kreativen Urzustand
- Die Weekly Challenge: Finde heraus, welche Bedingungen du zum kreativen Arbeiten brauchst
- Creative Hero: John Cleese und seine fünf Voraussetzungen für Kreativität
John Cleese' Kreativformel:
- Space
- Time
- Deadline
- Confidence
- Humor
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00:00:00: Bist du eine K.O.Tin oder ein K.o.t?
00:00:02: Ganz ehrlich, in dieser Folge geht's darum was Chaos und Kreativität miteinander zu tun haben!
00:00:15: Herzlich willkommen zum Make My Mann Day den Kreative Podcast von Fogdarms der Event- und Life Marketing Agent.
00:00:24: Ich bin Christoph Erwer, Chief Creative Officer und starte mit euch die neue Folge und in die neue Woche also Kaffee oder Tee holen und losgehts Ja Chaos und Creativity.
00:00:54: Heute geht es weiter mit dem Creative Alphabet, wir haben den Buchstaben C Und C steht hier in Christopher's Chaos Theorie für Chaos.
00:01:06: Das ist ja das große Klischee dass kreative total chaotisch sind und verpeilt und unpünktlich und Dreck machen und durcheinander machen und nicht aufräumen und so weiter.
00:01:18: und sofort will ich heute gar nicht bestreiten oder mich damit gar nicht beschäftigen, weil mir geht es heute um was komplett anderes.
00:01:29: Was Chaos im ursprünglichen Sinne bedeutet?
00:01:32: Was Chaos als Wort auch bedeutet, wo das Wort überhaupt herkommt und was das wirklich toll ist und starkes mit Kreativität zu tun hat Und wie Chaos ein wichtiger wichtiger Bestandteil von überhaupt allem ist Von großen Schöpfungsgeschichten und so weiter.
00:01:52: Damit beschäftigen wir uns heute, also es geht um Chaos.
00:01:56: dann haben wir natürlich ein Monday Takeaway Dann haben wir eine kleine Creative Challenge Und wir haben wie in jeder Creative Alphabet Folge als Surprise am Schluss nochmal einen Creative Hero der zum Thema passt und der mit C beginnt mit seinem Nachnamen.
00:02:13: Der kommt am Schluss dran.
00:02:15: Also starten wir in unsere Chaos-Folge.
00:02:24: Ja, ich will am Anfang erstmal diesen Begriff mit dem Begriff Chaos ausräumen.
00:02:30: und da gucken wir mal in ein sehr altes Buch.
00:02:33: In einen absoluten Bestseller.
00:02:35: Wir gucken in die Bibel und da gibt es ja die Schöpfungsgeschichte.
00:02:39: und im Deutschen wird das so meistens am Anfang übersetzt so mit einem Teil also ein Teil der... Die Erde war wüst-und leer.
00:02:47: Dieses Wüst und Leer heißt im Hebräischen Tohuvabohu.
00:02:51: Und das habt ihr vielleicht auch schon mal gehört, ist ein geiles Wort.
00:02:56: Haben früher die Eltern gesagt wenn man das Zimmer nicht aufgeräumt hat was denn das hier für einen Tohuva-Bohu?
00:03:02: Das ist auf jeden Fall ein wunderschönes hebräisches Wort und heißt eigentlich nicht... Ja und das wurde im griechischen eben mit Chaos übersetzt und das ist der Zustand vor der Schöpfung, also in ganz vielen Schöpfungsmüten.
00:03:18: Also im Griechen der griechischen Mythologie und verschiedenen anderen Mythologien im christlichen Glauben ist das so... Das Vor-der-Schöpfungen sozusagen ein Zustand des Toru Vabohu geherrscht hat, einen Zustand Des Chaos Und dann konnte die Schö?
00:03:34: Pfung passieren und dann ging es los.
00:03:36: Und dass kann man sich so natürlich chaotisch vorstellen aber man kann sich das auch so vorstellen.
00:03:43: Im Grunde war alles bereit.
00:03:47: Da war der Raum da sozusagen die Lehre, das weiße Blatt auf dem dann die Schöpfung und die Kreativität passieren kann.
00:03:57: Und das finde ich eine total faszinierende Bedeutung weil Chaos...da verbinden wir das was ich am Anfang gesagt habe verpeilte Leute, Kaoten dass man durcheinander ist und alles aber des Ursprüngliche.
00:04:11: also bedeutet es wirklich dass die Lehre, und ich will da jetzt gar nicht so genau darauf eingehen.
00:04:20: Ich bin da auch kein Experte was genau das alles bedeutet im griechischen Chaos aber es kommt eben aus der Lehre und das finde ich halt so großartig.
00:04:31: vor der Schöpfung, vor dem Kreativprozess brauchst du erstmal sozusagen eine Art Lehre oder Urzustand Und den muss man erst mal schaffen, den muss sich vorbereiten.
00:04:43: Das heißt bevor wir überhaupt kreativ sein können müssen wir erstmal Tohuvabohu haben aber nicht im Sinne von alles ist durcheinander und fliegt rum sondern das Tohuvabohus, das Chaos.
00:04:57: was man braucht ist im Grunde erstmal Ruhe und Lehre dass man überhaupt eine weiße Leinwand hat, ein weißes Blatt Papier.
00:05:06: Dass die Farben bereit sind, dass der Bleistift gespitzt ist, dass ich meinen Kaffee habe, das erstmal alles vorbereitet ist und das meint eigentlich diesen Urzustand!
00:05:18: Und den muss man erst mal haben... um gut kreativ sein zu können.
00:05:23: Das muss man sich vorstellen wie der Angler, der sitzt am Teich und bereitet seine Angel vor, der Köder ist dran... Und dann fängt er an zu angeln!
00:05:32: Und dass diese Vorbereitung brauchen wir Kreative auch.
00:05:36: Wir müssen vorbereitet sein, wir brauchen so eine Ruhe.
00:05:39: Erstmal müssen wir wissen, worum es geht.
00:05:41: Was ist die Aufgabe?
00:05:42: Dann müssen wir sozusagen unseren Raum haben dafür... dann müssen wir unsere Zeit haben dafür und dann müssen we im Grunde Lust haben um loszulegen.
00:05:55: Ein tolles Bild dafür finde ich aus dem Theater die Probebühne.
00:06:01: Wer noch nicht am Theater war hinter den Kulissen gibt da natürlich auch Probe-Bühnen.
00:06:06: Die sehen meistens aus wie Hulle.
00:06:08: Aber wenn jetzt eine neue Produktion startet, dann bereitet man das schön vor.
00:06:13: Dann gibt es vielleicht so die erste Probe, dann stellt der Bühnenbildner ein paar Mutboards vor, Kostümbildner stellen, die Kostüme vor.
00:06:22: Es gibt schon so aus dem Fundus erste Kostume.
00:06:25: Es liegen schon erste Requisiten bereit, die man brauchen könnte.
00:06:28: Es ist einfach alles vorbereitet.
00:06:30: Die Soundanlage, es gibt Licht und dann ist man gemeinsam in dieser leeren Probebühne hat den leeren Raum vor sich alles ist vorbereitet und dann kann man gemeinsam loslegen, um das zu entwickeln.
00:06:43: Also man muss diesen Zustand des eigentlichen Chaos den finde ich total faszinierend und der ist super wichtig in der kreativen Arbeit und das müssen auch natürlich Menschen die mit Kreativen zusammenarbeiten respektieren dass sie sozusagen in diesem Nullzustand kommen aus dem man loslegen kann.
00:07:04: und das hat natürlich auch ganz viel mit einem guten Briefing zu tun.
00:07:07: Das hat mit einer guten Ansprache zu tun, dass man die Leute auch motiviert und ihnen erklärt warum das jetzt wichtig ist was man da entwickeln soll.
00:07:17: Das ist das Tolle!
00:07:18: Man braucht diesen leeren Raum.
00:07:20: und wo wir schon beim Theater sind es gibt ein ganz wichtiges Buch aus dem Theaterbereich das heißt auch der Leereraum von Peter Brug der in den Sechziger Jahren als die Bühnenbilder noch voller Kitsch waren und voller Überfrachtung.
00:07:35: Und man eigentlich versucht hat, immer alles ganz naturalistisch zu inszenieren.
00:07:39: Er hat gesagt für Theater braucht man einfach nur einen leeren Raum ein Raum wo sich Menschen begegnen können, wo man was inszeniren kann und wo auch mit der Fantasie des Zuschauers gespielt werden kann.
00:07:52: also eine freie Fläche wo Fantasien entstehen kann und Wo man genau Sachen beobachten und sehen kann.
00:07:59: Dieser leere Raum ist einfach das, was ich unter Chaos verstehe.
00:08:04: Was man einfach braucht um starten zu können.
00:08:08: Ein kleines Beispiel wie Peter Brooke das dann auch selber umgesetzt hat als Regisseur aus zum Beispiel einer Don Giovanni in Szenierung also der Opa wo es um ein ganz berüchtigten Frauenverführer geht der eine Frau nach der anderen verführt.
00:08:22: aber in der Geschichte der OPA Klappt es nicht mehr so richtig und am Schluss geht alles schief.
00:08:27: Das ist die Story von der Oper, die übrigens auch toll ist für Leute, die sich für Dark Romans interessieren.
00:08:33: Also alle, die Dark Romans gerne mögen schaut euch mal Don Giovanni an!
00:08:38: Und da wie er im leeren Raum sozusagen inszeniert, wie die Verführungskunstkunst von Don Giovani funktioniert.
00:08:48: Oft ist das in Theater so, du hast einen unansehnlichen Opernsänger und dann fallen alle Frauen auf ihn rein.
00:08:55: Und man versteht nicht, hey warum?
00:08:58: In seiner Inszenierung ist eben der Don Giovanni auch gut aussehend aber es wird so gezeigt wie seine Verführungskunst wirkt.
00:09:08: und zwar sagt er zu seinem Dienersoch jetzt verführe ich mal diese Frau.
00:09:13: der Diener rollt mit den Augen und nein, nicht schon wieder!
00:09:16: Dann fängt er an zu singen Und plötzlich hört diese Frau die Stimme und ist von der Stimme total fasziniert.
00:09:23: Man sieht richtig, wie sie sich von dieser Stimme angezogen wird und wie dann sozusagen die Magie seiner Verführungskunst über die Schönheit seines Gesangs gezeigt wird.
00:09:35: Das spielen die so körperlich toll nach ohne irgendwelche Requisiten oder großen Bühnenbilden.
00:09:41: Bilder und das ist einfach so die Faszination, wie im leeren Raum einfach was entstehen kann.
00:09:47: Aber das war nur ein kurzer Side Step zum Thema Peter Brooke!
00:09:52: Theater.
00:09:53: Also, das Tohu-Wabohu der Urzustand ja?
00:09:56: Das ist wichtig auch beim Urknall.
00:10:01: ne also vor dem urknall waren auch schon im Grunde alle Zutaten da und dann hat es geknallt und dann ist sozusagen unser Planet entstanden so in der Urknallertheorie.
00:10:13: Die ganzen Stoffe waren schon da die sich verdichtet haben.
00:10:16: deswegen ist das ein gutes Bild für Kreativität vielleicht ein bisschen brachial, aber bevor so einen Urknall passieren kann musst du erstmal alle Zutaten haben.
00:10:28: Es muss ein Lehrerraum da sein es muss was da sein die weiße Leinwand muss da sein und das muss man sich halt in allen Sachen bewusst machen und sich auch dafür die Zeit nehmen und die Zeit auch einfordern weil sonst ja passiert gar nichts und ist dann nur Chaos wie man's eigentlich versteht.
00:10:53: Also Monday Takeaway schaffe für dich den Urzustand, damit dein kreativer Urknall passieren kann.
00:11:02: Und zwar sind wir da eigentlich, wir Kreative auch selbst für verantwortlich dass wir uns diesen Raum schaffen das wir uns diesem Raum nehmen.
00:11:11: das gehört zur Professionalität wahrscheinlich auch mit.
00:11:13: dazu gehört natürlich auch mit dazu dass alle anderen Verständnis dafür haben das verstehen Man braucht erst diesen sozusagen, diesen Urzustand das weiße Blatt den leeren Raum in dem dann erst was entstehen kann und man dann loslegen kann.
00:11:36: Die Weekly Challenge.
00:11:38: Definiere für dich, was ist der perfekte Urzustands für dich bevor du loslegst?
00:11:44: Was muss da alles passiert sein?
00:11:46: Was brauchst du?
00:11:47: Ist auch gut Ritual zu haben damit das Gehirn weiß jetzt geht es los!
00:11:51: Was brauchst du?
00:11:52: Brauchst Du bestimmte Musik, brauchst Du ein bestimmtes Getränk, brauchste eine gewisse Umgebung.
00:11:58: Das muss man für sich rausfinden.
00:11:59: deswegen die Weekly Challenge finde raus was ist für dich der perfekte Urzustand damit du starten kannst und loslegen kannst Und das ist wichtig dieser dieser Nullzustand Damit es dann hochgehen kann.
00:12:18: Ja und unser Creative Hero mit C ist ich enthülle es John John Cleese ist ein toller Schauspieler und Autor, Professor der berühmt geworden ist mit Monty Python.
00:12:34: Das lohnt sich auf jeden Fall alles anzugucken und er ist aber auch ein ganz toller Denker und Erklärer wie Kreativität funktioniert und hat eine sehr, sehr tolle Methode mal erklärt.
00:12:49: da gibt es auch ein wunderschönes YouTube Video zu was man sich unbedingt anschauen sollte.
00:12:54: Da ist der Titel des Vortrags Creativity is not a talent, it's the way of operating.
00:13:01: Und dieser Way Of Operating beschreibt im Grunde wie man diesen Nullzustand überhaupt erst erreicht was man dafür braucht und die Sachen zähle ich mal schnell auf.
00:13:15: also als erstes braucht man Space Man braucht einen Raum in dem man seine Ruhe hat.
00:13:21: dann braucht man Time Also eine gewisse Zeit.
00:13:24: Nicht zu lang, nicht zu kurz ist es so dass man sich eine gute Zeit einfach einplanen muss in der man nicht gestört ist die man sich auch blockt das da kein anderer reinkommt.
00:13:37: Das ist ganz wichtig diese zeit.
00:13:39: dann braucht man als drittes noch mal Zeit nämlich ne deadline.
00:13:43: Es ist wichtig wenn du anfängst musst du wissen wann du fertig sein musst weil das ist einfach so sonst starten wir nicht richtig, sonst fehlt das richtige Commitment.
00:13:54: Man braucht so diesen definitiven Zeitdruck auch und aber auch um zu wissen wann muss ich fertig sein?
00:14:00: Es ist super wichtig!
00:14:02: Das ist das dritte also space time Time und dann confidence.
00:14:07: Creative Confidence ist total wichtig weil wenn ich dann vor meiner Leinwand oder von meinem leeren Proberaum sitze da muss sich auch ein bisschen Lust haben und Wissen ja jetzt kann was entstehen Jetzt kann etwas passieren.
00:14:20: Und dann braucht man als fünftes natürlich noch ein bisschen Humor, weil Humor ist einfach ein Zustand in dem Ideen entstehen können und der einfach sehr kreatives.
00:14:32: Weil Porennen sind ja auch immer Überraschungen in Witzen also dass man da Auch wenn man gerade mit anderen Zusammenarbeit ist Humor einfach gut, dass sie locker hat und das Gehirn schafft eine Atmosphäre wo kreative Sachen entstehen können.
00:14:47: Also in einer schlechten Atmosphere ist es ganz schwer Kreativität entstehen zu lassen.
00:14:56: Genau!
00:14:56: Das sind so diese Punkte von John Cleese.
00:14:59: Es gibt noch Millionen andere Sachen die man über ihn sagen kann.
00:15:02: also wirklich ein ganz toller Typ mit dem man sich toll beschäftigen kann, hat auch interessante Bücher geschrieben.
00:15:07: Seine Filme sind toll!
00:15:09: Also diese Sachen beschreiben einfach sehr gut diesen Urzustand den man braucht.
00:15:14: ich sag's noch mal schnell also Space du brauchst deinen Raum dann brauchst Du Zeit die du dir blocks dafür dann brauchste eine Deadline Dann brauchst du confidence du musst vertrauen dass es auch klappt.
00:15:26: und da natürlich ein bisschen Humor.
00:15:29: Und das war's auch schon unsere Folge Für den Buchstaben C im Creative Alphabet.
00:15:36: C wie Chaos!
00:15:38: Vielen Dank fürs Zuhören, vielen dank an unser tolles Team von Fogdams und liked.
00:15:45: uns folgt uns teilt uns und schaltet nächste Woche wieder ein wenn es heißt make my Monday seit kreativ und schafft gutes chaos.
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