Skandal! Literaturnobelpreisträgerin nutzt KI!
Shownotes
Darum geht’s in der Folge:
- Der vermeintliche „Skandal“ um Olga Tokarczuk und KI
- Wie sie KI konkret in ihrem Schreibprozess nutzt
- Warum die Diskussion so emotional geführt wird
- Was kreative Arbeit heute wirklich ausmacht
Einblicke aus der Folge:
- KI als Werkzeug für Recherche, Inspiration und Perspektivwechsel
- Der Unterschied zwischen Unterstützung und Autorschaft
- Warum kreative Arbeit immer von äußeren Einflüssen lebt
- Wie sich der Blick auf Tools in der Kreativbranche verändert
Monday Takeaway: Über die Qualität eines kreativen Werks entscheiden nicht die Tools, sondern die Haltung, die Idee und das Ergebnis. Creative Challenge der Woche: Gib deinem Chatbot einen Namen und nutze ihn bewusst als kreativen Assistenten. Teste einen spielerischen Umgang: Stell Fragen, entwickle Ideen weiter und nutze das Tool aktiv im Prozess.
Transkript anzeigen
00:00:00: Skandal.
00:00:01: Nobelpreisträgerin Olga Tokatschuk nutzt KI.
00:00:11: Herzlich willkommen bei Make My Monday, dem Kreativ-Podcast von Fockdams Worldwide!
00:00:16: Ich bin Christopher Wehr, Chief Creative Officer und euer Host.
00:00:20: Und starte mit euch in eine neue Woche mit einem Skandal.
00:00:24: also extra starker Kaffee, extra starkere Tee... ...und dann geht's hier richtig zur Sache.
00:00:45: Jaaa Ein absoluter Skandal, oder vielleicht auch nicht.
00:00:52: Olga Tokatschuk hat gesagt sie nutzt KI.
00:00:58: Also jetzt wissen die meisten vielleicht nicht wer Olga Tokadschuk ist.
00:01:01: Sie hat den Literaturnobelpreis gewonnen und auf einem Panel in Polen In Posen zugegeben dass sie KI nutzt.
00:01:10: aber sie hat es nicht zu gegeben.
00:01:12: sie hat einfach das erzählt dass sie.
00:01:14: in so einem Werkstattgespräch Hat sie erzählt, dass sie KI nutzt?
00:01:17: Und das hat natürlich für Wellen gesorgt.
00:01:20: Alle großen für Jethons haben darüber geschrieben in Deutschland und eine Diskussion ist entbrannt!
00:01:25: Was macht der Mensch?
00:01:26: Was ist menschliche Kreativität?
00:01:28: Ist es überhaupt okay?
00:01:30: Kann eine Literatur Nobelpreisträgerin KI
00:01:33: nutzen?!
00:01:34: Ja ganz viel Aufregung und finde ich super spannend... ...und jetzt muss sich erstmal ein Geständnis machen.
00:01:43: Christopher Wert, der Host hier der eigentlich alles weiß, alles kann, alles kennt.
00:01:51: Hat noch nie ein Buch von Olga Tokatschuk gelesen ja?
00:01:55: Es tut mir leid!
00:01:56: Ich weiß du bist enttäuscht aber so ist das und das wollen wir heute ändern nicht ändern.
00:02:04: es wollen wir ändern und ich werde jetzt live in diesem Podcast zum ersten mal Olga Tokadschuk auch lesen.
00:02:13: Aber erst mal, was erwartet uns heute in dieser Folge?
00:02:16: Also wir wollen erstmal uns ein bisschen an Olga Tukacok annähern.
00:02:21: Was ist das für eine tolle inspirierende Persönlichkeit?
00:02:24: Ich finde da haben wir viel zu entdecken!
00:02:27: Zweitens...was war diese Geschichte?
00:02:31: Was ist da passiert wirklich?
00:02:32: Was hat sie wirklich gesagt?
00:02:33: Wie arbeitet die wirklich?
00:02:35: Dann haben wir davon natürlich daraus gezogen unser Monday Takeaway und dann am Schluss eine Creative Challenge die uns helfen soll, so gut zu werden wie eine Literatur Nobelpreisträgerin mit der Wunderwaffe KI.
00:02:51: Also gehen wir rein!
00:03:01: Genau und erstmal wollen wir uns an Olga Tukachuk annähern.
00:03:04: Ich habe hier zwei Bücher auf den Tisch legen von ihr Und da fangen wir erst mal an wenn man sich an diesen Buch annähert.
00:03:13: Also das eine ist ein Taschenbuch Das andere ist ein Hardcover.
00:03:17: Die riechen gut, sie fühlen sich gut an.
00:03:20: Aber das erste Mal, was ich euch hier vorlesen möchte ist ihre Biografie.
00:03:27: Also Olga Tokatschuk wurde in Polen geboren.
00:03:32: Sie studierte Psychologie im Warschau und lebt heute in Breslau.
00:03:36: Sie zählt zu den bedeutendsten europäischen Autorinnen der Gegenwart.
00:03:40: Ihr Werk wurde in siebenunddreißig Sprachen übersetzt.
00:03:43: Zwei-tausend neunzehn wurde Tokatsjuk mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
00:03:48: für die Jakobsbücher wurde sie außerdem, zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn mit dem wichtigsten polnischen Literaturpreis den Niko-Preis geährt und im Jahr mit dem Jan Michalski Literaturkreis.
00:04:05: Im selben Jahr gewann sie den Mann Booker International Prize für Unrat, für den Sie auch im Jahr zwei Tausend neunzehnt wieder nominiert war usw.
00:04:15: Die hat offensichtlich schon sehr, sehr viele Preise gewonnen und ist eine interessante Frau.
00:04:22: Dass die so provokante Sachen dann auch mal raushaut.
00:04:24: Und ich würde sagen... Ich habe hier zwei Bücher einmal Impusionen und einmal E-Punkt.
00:04:32: Und in die werden wir jetzt... Na ja, ich glaube, wir nehmen das hier mal reinlesen.
00:04:37: Ich finde es ist immer total interessant bei einem Buch den ersten Satz zu lesen.
00:04:42: Also wenn man den ersten Satz liest Und der kickt schon so ein bisschen, ist das immer ein gutes Zeichen.
00:04:47: Der erste Satz ist ja auch sehr schwer zu schreiben und ganz viele große erste Sätze in der Literatur bremsen dann die vielen Autorinnen auch einen geilen Satz zu schreiben weil sie unter Leistungsdruck stehen.
00:05:02: aber Spaß beiseite, so ein erster Satz ist finde ich unheimlich wichtig und entscheidet auch ganz oft ob man Buch weglegt oder nicht.
00:05:10: Und jetzt wollen wir mal live ausprobieren wird Christopher hier das Buch weglegen oder nicht?
00:05:17: Also ich lese aus e.e Punkt Erna Elstnern von Olga Tokatschuk wie er für gewöhnlich die Existenz mittlerer Töchter in kinderreichen Familien umgibt, trat Erna Elstner einige Tage nach ihrem fünftzehnten Geburtstag als sie am Mittagstisch ohnmächtig wurde.
00:05:50: Das finde ich ist ein sehr vielversprechender erster Satz.
00:05:54: also da möchte ich doch gerade mal mehr wissen und du vielleicht auch.
00:05:58: deswegen lese ich mal schnell den Klappentext vor Eine Form des Wahnsinns, gar eine Gabe oder alles nur Unfug.
00:06:05: Breslau-Näunztundhundertacht.
00:06:06: Als einer der mittleren Töchter einer kinderreichen deutschpolnischen Familie führt Erna Elzner ein eher unauffälliges Leben.
00:06:14: Alles ändert sich als sie wenige Tage nach ihrem Geburtstag am Mittagstisch ohnmächtig wird.
00:06:19: Nicht nur hört sie stimmen Auch ein Geist erscheint ihr.
00:06:23: Frau Elstner ist in heller Aufregung, zeigen sich in ihrer Tochter die medialen Fähigkeiten über die auch sie zu verfügen meint?
00:06:31: Wenn Frau Elzner nun zur séance einlädt und Erna mit den Seelen der verstorbenen Kontakt tritt, herrscht feierliche Stille in der Wohnung.
00:06:40: Handelt es sich um eine Gabe oder ist Erna dem Wahnsinn verfallen geisterisch?
00:06:44: Die fünfzehnjährige wird zum Phänomen, zum Fall EE.
00:06:49: Olga Tokachuk zeigt, welche innovative Formen künstlerisches Erzählen annehmen kann.
00:06:54: Damit setzt die Maßstäbe für die Weltliteratur.
00:06:58: Schreibt hier in dem Blöb noch die neue Zürcher
00:07:02: Zeitung.".
00:07:04: Also ich glaube auch wenn das jetzt hier hohe Literatur ist man kann schon sagen langweilig.
00:07:09: es ist auf keinen Fall und ich habe jetzt kann ich ganz klar sagen Lust da weiter reinzulesen.
00:07:17: Aber jetzt wollen wir uns nicht weiter den Fall EE angucken, sondern den Fall OT!
00:07:23: Den Fall Olga Tokachuk.
00:07:33: Genau und da schauen wir uns mal an was da überhaupt passiert ist.
00:07:37: ne?
00:07:37: Ich finde eigentlich ist schon fertig der Podcast.
00:07:40: im Grunde reicht mir das jetzt schon.
00:07:42: ich hätte jetzt Lust hier in dem Buch weiter zu lesen aber geht nicht es geht weiter.
00:07:48: also wir wollen kurz uns angucken, was ist denn passiert?
00:07:52: Was hat denn den Skandal jetzt wirklich
00:07:54: ausgelöst?".
00:07:54: Diese Frau Olga Tokatschuk, die offensichtlich eine sehr spannende Autorin ist.
00:08:00: Was ist da passiert?
00:08:01: Also zweiter Teil ihre Statements.
00:08:06: ja also bei einer kürzlich stattgefundenen Veranstaltung in Posen soll die Nobelpreisträgerin Olga Tokadschuk zugegeben haben KI in ihrem kreativen Prozess einzusetzen.
00:08:19: Und das Ganze ist dann eben auf Blue Sky abgegangen, weil der Schriftsteller Marc Zipowicz, der auch auf diesem Panel war oder beziehungsweise im Publikum war, das mitbekommen hat und dass dann direkt live gepostet hat.
00:08:33: Und da hat sie unter anderem jetzt mal hier paraphrasierend gesagt... Ich habe das mal übersetzt!
00:08:40: Als ich meinen neuesten Roman schrieb fragte ich dieses fortschrittliche Modell welche Art von Liedern meine Protagonisten vor einigen Jahrzehnten auf einem Tanzabend gehört hätten.
00:08:51: Und die KI nannte mir einige Titel, so Olga Tokachuk hat sie dann dem Interview erzählt.
00:08:58: Oft frage ich auch die Maschine einfach Liebling wie können wir das schön ausarbeiten?
00:09:05: Auch wenn Um Halluzination und viele sachliche Fehler in den Algorithmen in Bezug auf Wirtschaft und harte Daten weiß, muss ich hinzufügen dass diese Technologien der literarischen Fiktion ein Vorteil von unglaublichem Ausmaß ist.
00:09:20: Entgegen den Befürchtungen glaube ich das wir Schriftsteller aufgrund der Besonderheit unseres Handwerks am schnellsten und engsten mit Werkzeugen wie KI in Kontakt kommen werden.
00:09:31: Unsere literarische Köpfe und Gedanken funktionieren auf eine ganz andere Weise.
00:09:36: Ihre Arbeit basiert auf einer breiten, sehr breiten Peripheren und assoziativen Verknüpfung von Fakten – was sich extrem vom engen, sehr fokussierten Tunneldenken der Akademiker unterscheidet.
00:09:48: Ich habe mir die höchste fortschrittlichste Version eines Sprachmodells gekauft und bin zutiefst beeindruckt davon wie fantastisch es meinen Horizont erweitert und mein kreatives Denken
00:10:00: vertieft.".
00:10:02: soweit dass das paraphrasierte statement was sie da gesagt hat.
00:10:07: und ja das können wir natürlich total nachvollziehen.
00:10:11: also ich finde das auch.
00:10:13: es ist ein tool.
00:10:15: ja es ist so.
00:10:16: auch auch ich finde es auch genial die sagt liebling wie machen wir das jetzt schön?
00:10:22: und ich finde dass auch ganz interessant mit der KI so lässig locker umzugehen und das gar nicht so ernst zu nehmen, sondern es einfach wirklich als beiläufiges Tool zu nehmen.
00:10:34: Und als Assistenz.
00:10:36: Als Assistenzzystem, als Co-Creator was einen einfach supportet und natürlich in ihrem Fall niemals den ganzen Text schreiben wird aber was ihr einfach hilft schneller zu recherchieren oder Sachen rauszukriegen oder auch ein bisschen zu Brainstormen.
00:10:54: ja also dass ist einfach ein gutes kreatives Tool, was man wunderbar nutzen kann.
00:11:00: So interpretiere ich
00:11:01: das.".
00:11:02: Und jetzt gab es natürlich einen Riesenaufschrei und dann daraufhin gab es von ihr ein offizielles Statement – das habe ich jetzt mal aus dem Englischen übersetzt!
00:11:11: Also wie bei jedem anderen Gespräch, schreibt Olga Tukhachuk, können Äußerungen vor einem Live-Publikum bei einer öffentlichen Veranstaltung falsch verstanden werden?
00:11:21: Tja, natürlich wenn man sie aus dem Kontext reißt.
00:11:26: Sie sagt weiter... Ich stelle kurz und deutlich fest Erstens, ich nutze künstliche Intelligenz nach den selben Prinzipien wie die meisten Menschen auf der Welt.
00:11:49: Ich betrachte sie als ein Werkzeug das eine schnellere Dokumentation und Überprüfung von Fakten ermöglicht.
00:11:55: Wann immer ich dieses Werkzeug nutze, nutze überprüfe ich die Informationen zusätzlich – genauso wie seit mehreren Jahrzehnten Tour in dem ich Bücher lese und Bibliotheken und Archive durchforste.
00:12:08: Tja selbst da könnten Fehler drin stecken!
00:12:12: Zweitens Keiner meiner Texte, einschließlich des Romans der diesen Herbst auf Polnisch erscheinen wird wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz geschrieben.
00:12:24: Außer dass ich sie als Werkzeug für eine schnellere Vorrecherche nutze.
00:12:30: Drittens Manchmal lasse ich mich von Träumen inspirieren aber bevor auch dieser Satz von den Experten in die Enge getrieben und in Stücke gerissen eigenen Träume.
00:12:48: Die wird mir immer so sympathischer, die Frau da hat sie noch einen schönen Gag mit eingebaut.
00:12:53: Oh Gott!
00:12:54: Sie ist von ihren Träumen beeinflusst Ist ja noch ein größerer Skandal.
00:12:59: Und macht aber auch klar Künstlerinnen werden von allem inspiriert Von Träumen, von der ganzen Welt Was sie sich reinziehen was es sich an gutem und schlechtem reinziehen Was es zum Mittagessen gibt und natürlich auch vom AI.
00:13:14: Also Das Ganze ist ziemlich hochgekocht natürlich, aber wie gesagt ich freue mich drüber weil ich jetzt Olga Tokatschuk ein bisschen kennenlerne und schon Lust drauf habe ein bisschen mehr durchzulesen von ihr.
00:13:29: Kommen wir zum Monday Takeaway.
00:13:37: So Monday Take away.
00:13:38: Einsatz.
00:13:41: über Qualität eines Werks entscheiden nicht die Tools sondern die Haltung dahinter und die künstlerische Vision und am Ende der Text, der künstlerische Output.
00:13:54: Also scheiß egal was den Künstler die Künstlerin inspiriert hat Hauptsache Inspiration, Hauptsacher am Schluss ist was da!
00:14:03: Seit Jahrtausenden werden Bibliotheken benutzt oder Lexika oder es werden andere Leute gefragt oder man liest andere Bücher oder andere Filme oder Games oder was das auch immer gibt Welches TikTok auch immer.
00:14:16: Wir sind immer inspiriert, Kreative brauchen Inspiration und daraus entsteht dann was Eigenes, was Neues wenn man es richtig kocht.
00:14:27: denn um dann auch mal hier zu sagen, so wer ist denn Koch und wer ist der Kellner?
00:14:33: Ja also wir sind immer noch der Koch.
00:14:35: Du bist der Koch!
00:14:36: Und die KI ist ein sehr guter Kellner und kann super schnell Sachen servieren oder wahrscheinlich auch Zutaten zuliefern.
00:14:45: aber am Ende kreativ kochen müssen wir dann noch selbst kommen.
00:14:52: jetzt zur Creative Challenge.
00:14:55: Die Creative Challenge für diese Woche heißt nenne deinen Chatbot Schatz oder nenn ihn Liebling wie Olga Tukachuk.
00:15:03: Ne Quatsch, also ich meine im Ernst gibt ihm einen Namen Nenin Horst, Neninin Klaus Dieter, Nenin Luise Wie ein Assistent oder wie eine Assistentin und nutze ihn so Wie einen Assistent wie Stephen King, der auch einen Assistenz immer hat.
00:15:23: Der für ihn recherchiert und das macht so ein bisschen das Verhältnis vielleicht nochmal klar und spielerisch mit diesem Assistenten arbeiten sagt mal was sagst du dazu?
00:15:32: Vielleicht ändert man es dann hinterher auch wieder und bleibt nicht dabei.
00:15:35: aber dass ist eine Challenge das mal aus zu probieren Liebling!
00:15:39: Was kochen wir heute
00:15:41: liebling?!
00:15:41: Wie können wir das noch schön weiter kreativ entwickeln?
00:15:45: Das finde ich doch super.
00:15:47: Wir prompten diese Woche mal wie eine Literaturnobelpreis drehen.
00:15:53: In diesem Sinne wünsche ich eine erfolgreiche kreative Woche!
00:15:57: Vielen Dank fürs Zuhören, vielen dank an Olga für die guten Ideen und vielen Dank an unser wunderbares Fockdarms Team Und... Ich sage tschau bis zum nächsten Mal.
00:16:07: Liked uns, folgt uns und schreibt uns an podcastatfockdarmes.de.
00:16:15: Ich sag tschau bis nächste Woche, euer Christopher.
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